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Kultur

Antiker Tempel auf einem Felsen im Abendlicht, davor ein knorriger Olivenbaum

Griechische Kultur ist eine Mischung aus fast drei Jahrtausenden: das Erbe der Antike, tausend Jahre Byzanz, Jahrhunderte osmanischer Herrschaft und ein junger Nationalstaat, der seit 1830 seinen eigenen Weg geht. All das steckt in der Sprache, der Musik, der Küche und im Alltag.

Das Erbe der Antike

Im antiken Athen entstand im 5. Jahrhundert v. Chr. die erste Demokratie, in der die Bürger selbst über Gesetze abstimmten. Philosophen wie Sokrates, Platon und Aristoteles legten die Grundlagen des westlichen Denkens. Aischylos, Sophokles und Euripides schrieben Tragödien, Aristophanes Komödien, die bis heute gespielt werden.

Auch die Architektur wirkt nach: dorische, ionische und korinthische Säulen findet man an Rathäusern, Museen und Banken in aller Welt. Insgesamt zählt Griechenland heute fast 20 Stätten des UNESCO-Welterbes, darunter die Akropolis, Delphi, Olympia und die Klöster der Meteora.

Geschichte im Zeitraffer

  1. Minoer und Mykener

    Auf Kreta blüht die minoische Palastkultur, auf dem Festland herrschen die Mykener.

  2. Erste Olympische Spiele

    Der Überlieferung nach finden in Olympia die ersten Spiele zu Ehren des Zeus statt.

  3. Blütezeit Athens

    Demokratie, Theater und der Bau des Parthenon auf der Akropolis.

  4. Alexander der Große

    Der makedonische König trägt die griechische Kultur bis nach Ägypten und Indien.

  5. Römische Herrschaft

    Griechenland wird Teil des Römischen Reiches, doch Rom übernimmt vieles von der griechischen Kultur.

  6. Byzanz

    Konstantinopel wird Hauptstadt. Das griechischsprachige Byzantinische Reich besteht über tausend Jahre.

  7. Osmanische Zeit

    Nach dem Fall Konstantinopels gerät Griechenland fast vier Jahrhunderte unter osmanische Herrschaft.

  8. Unabhängigkeitskrieg

    Der Aufstand beginnt, 1830 wird Griechenland als unabhängiger Staat anerkannt.

  9. Olympia kehrt zurück

    In Athen finden die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.

  10. Ende der Diktatur

    Nach sieben Jahren Militärjunta kehrt Griechenland zur Demokratie zurück.

  11. Europa

    Griechenland tritt der Europäischen Gemeinschaft bei, 2001 folgt der Euro.

Sprache und Schrift

Griechisch ist eine der ältesten schriftlich überlieferten Sprachen der Welt. Das griechische Alphabet mit seinen 24 Buchstaben ist rund 2.800 Jahre alt und war Vorbild für das lateinische und das kyrillische Alphabet. Wer Mathematik oder Physik kennt, hat viele Buchstaben schon gesehen: π, Σ, Δ oder Ω.

Α αAlpha
Β βBeta
Γ γGamma
Δ δDelta
Ε εEpsilon
Ζ ζZeta
Η ηEta
Θ θTheta
Ι ιIota
Κ κKappa
Λ λLambda
Μ μMy
Ν νNy
Ξ ξXi
Ο οOmikron
Π πPi
Ρ ρRho
Σ σ ςSigma
Τ τTau
Υ υYpsilon
Φ φPhi
Χ χChi
Ψ ψPsi
Ω ωOmega

Ein paar Wörter auf Griechisch öffnen viele Türen. Vorsicht bei „Ja“ und „Nein“: Ναι (ne) heißt ja, Όχι (ochi) heißt nein.

Γεια σουJássuHallo
ΚαλημέραKaliméraGuten Morgen
ΚαλησπέραKalispéraGuten Abend
ΕυχαριστώEfcharistóDanke
ΠαρακαλώParakalóBitte
ΝαιNeJa
ΌχιÓchiNein
ΣυγγνώμηSignómiEntschuldigung
Γεια μαςJámasProst
Τον λογαριασμό, παρακαλώTon logariasmó, parakalóDie Rechnung, bitte

Musik und Tanz

Das typische Instrument ist die Bouzouki, eine Langhalslaute mit hellem, metallischem Klang. Der Rebetiko, oft „Blues der Griechen“ genannt, entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in den Hafenvierteln, besonders nach der Ankunft vieler Flüchtlinge aus Kleinasien 1922. Der Komponist Mikis Theodorakis machte griechische Musik weltweit bekannt.

Der berühmte Sirtaki ist übrigens kein alter Volkstanz: Er wurde 1964 für den Film „Alexis Sorbas“ erfunden und lehnt sich an den traditionellen Hasapiko an. Auf Festen tanzt man vor allem Syrtos und Kalamatianos im Kreis, Hand in Hand.

Die griechische Küche

Essen ist in Griechenland Kultur: gemeinsam, ausgiebig und mit vielen kleinen Tellern in der Mitte. Gerichte, Rezepte, Käse und Getränke findest du auf der Seite Kulinarisches.

Feste und Alltag

Das wichtigste Fest des Jahres ist Ostern. In der Nacht zum Ostersonntag ruft der Priester um Mitternacht „Christos anesti“, Christus ist auferstanden. Kerzen werden entzündet, Feuerwerk knallt, und am Sonntag dreht sich überall ein Lamm am Spieß. Rot gefärbte Eier werden gegeneinander geschlagen: Wessen Ei ganz bleibt, hat Glück.

Wichtiger als der Geburtstag ist vielen Griechen ihr Namenstag, der Tag des Heiligen, nach dem sie benannt sind. Im Sommer feiern Dörfer ihr Panigiri, ein Kirchweihfest mit Musik, Tanz und Essen bis tief in die Nacht.

Im Herzen des Alltags steht die Philoxenia, die Gastfreundschaft gegenüber Fremden. Man trifft sich im Kafenio, dem traditionellen Kaffeehaus, spielt Tavli (Backgammon), lässt das Komboloi, die Perlenkette, durch die Finger gleiten und diskutiert über Politik und Fußball.