Kulinarisches

Die griechische Küche ist einfach im besten Sinn: wenige, gute Zutaten, viel Olivenöl, frisches Gemüse, Kräuter vom Hang und Zitrone. Was auf den Tisch kommt, hängt von der Jahreszeit und der Region ab, und gegessen wird am liebsten gemeinsam.
Die Grundpfeiler
Olivenöl
Das Herz der Küche. Es wird nicht sparsam getropft, sondern großzügig gegossen, über Salat, Gemüse, Bohnen und Fisch.
Gemüse und Hülsenfrüchte
Tomaten, Auberginen, Zucchini, wilde Kräuter (Horta), Kichererbsen, Bohnen und Linsen. Viele Gerichte kommen ganz ohne Fleisch aus.
Kräuter und Zitrone
Oregano, Thymian, Dill, Minze und Bergtee wachsen wild. Zitrone gehört an fast alles, von der Suppe bis zum Grillfleisch.
Fisch und Meeresfrüchte
Auf den Inseln frisch aus dem Meer: gegrillte Sardinen, Oktopus, Calamari und Fisch, der in der Taverne nach Gewicht berechnet wird.
Typische Gerichte
Mezedes: viele kleine Teller
In der Taverne bestellt man selten ein Gericht pro Person. Stattdessen kommen viele kleine Teller in die Mitte, und jeder nimmt sich: Tzatziki, Taramosalata aus Fischrogen, Melitzanosalata aus gegrillten Auberginen, frittierte Zucchini oder Saganaki, gebratener Käse. Dazu gibt es Brot, Oliven und meistens ein Glas Ouzo oder Wein.
Drei einfache Rezepte
TzatzikiJoghurt-Gurken-Dip, für 4 Personen
Zutaten
- 500 g griechischer Joghurt (10 % Fett)
- 1 Salatgurke
- 2–3 Knoblauchzehen
- 2 EL Olivenöl
- 1 EL Weißweinessig oder Zitronensaft
- 1 EL frischer Dill, gehackt
- Salz
Zubereitung
- Die Gurke grob reiben, salzen und 10 Minuten ziehen lassen.
- Die Gurke in einem Tuch kräftig ausdrücken, damit das Tzatziki nicht wässrig wird.
- Knoblauch fein pressen und mit Joghurt, Olivenöl und Essig verrühren.
- Gurke und Dill unterheben, abschmecken und mindestens eine Stunde kalt stellen.
HoriatikiGriechischer Bauernsalat, für 4 Personen
Zutaten
- 4 reife Tomaten
- 1 Salatgurke
- 1 rote Zwiebel
- 1 grüne Paprika
- 1 Handvoll Kalamata-Oliven
- 200 g Feta am Stück
- getrockneter Oregano
- Olivenöl, Salz
Zubereitung
- Tomaten in Spalten, Gurke in dicke Scheiben, Zwiebel und Paprika in Ringe schneiden.
- Alles mit den Oliven in eine Schüssel geben und leicht salzen.
- Den Feta als ganzes Stück obenauf legen, nicht zerbröseln.
- Mit Oregano bestreuen und großzügig Olivenöl darübergießen. Der Saft am Boden gehört zum Brot.
FavaGelbes Erbsenpüree wie auf Santorini, für 4 Personen
Zutaten
- 250 g gelbe Schälerbsen
- 1 Zwiebel
- 1 Lorbeerblatt
- 6 EL Olivenöl
- Saft einer halben Zitrone
- Salz
- zum Servieren: rote Zwiebel, Kapern, Olivenöl
Zubereitung
- Erbsen gründlich waschen und mit der gehackten Zwiebel, dem Lorbeerblatt und knapp einem Liter Wasser aufkochen.
- Etwa 45 Minuten leise köcheln lassen, bis die Erbsen ganz weich sind. Den Schaum zwischendurch abschöpfen.
- Lorbeer entfernen, Olivenöl und Zitronensaft zugeben und glatt pürieren. Mit Salz abschmecken.
- Lauwarm servieren, mit Zwiebelringen, Kapern und einem Schuss Olivenöl.
Käse aus Griechenland
Griechen essen pro Kopf mehr Käse als fast jedes andere Volk. Der bekannteste ist Feta, ein Salzlakenkäse aus Schafsmilch mit bis zu 30 Prozent Ziegenmilch. Seit 2002 darf nur Käse aus bestimmten Regionen Griechenlands so heißen. Daneben gibt es Graviera, einen nussigen Hartkäse, vor allem aus Kreta und Naxos, den würzigen Kefalotyri, der gern gebraten wird, und Mizithra, einen frischen Molkenkäse.
Getränke
Ouzo und Tsipouro
Ouzo schmeckt nach Anis und wird mit Wasser milchig-weiß. Tsipouro ist ein Tresterbrand, auf Kreta heißt er Tsikoudia oder Raki und wird oft zum Abschied spendiert.
Wein
Retsina ist mit Kiefernharz aromatisiert. Daneben gibt es hervorragende Weine aus alten Rebsorten wie Assyrtiko von Santorini oder Agiorgitiko aus Nemea.
Kaffee
Der griechische Kaffee wird im kleinen Kännchen aufgekocht und mit Satz serviert. Im Sommer trinkt man Frappé oder Freddo, eiskalt und aufgeschäumt.
Mastiha
Ein Likör aus dem Harz des Mastixbaums, der nur im Süden der Insel Chios sein begehrtes Harz liefert.
Süßes
Baklava aus Blätterteig, Nüssen und Sirup, Galaktoboureko mit Grießcreme, Loukoumades, kleine frittierte Teigbällchen mit Honig, und ganz schlicht griechischer Joghurt mit Thymianhonig und Walnüssen. In vielen Tavernen kommt zum Schluss ungefragt ein kleiner Nachtisch auf den Tisch, oft Obst oder ein Stück Kuchen, als Gruß des Hauses.
Regionale Spezialitäten
Essen wie die Griechen
Zu Abend gegessen wird spät, vor 21 Uhr sind die Tavernen oft noch leer. Brot und Wasser kommen automatisch auf den Tisch. Man lässt sich Zeit, bestellt nach und nach und teilt alles. Und wer nach dem Essen nach der Rechnung fragt, muss oft lange warten, denn niemand möchte den Gast drängen.