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Kulinarisches

Gedeckter Tisch mit blau-weißer Tischdecke: Bauernsalat mit Feta, Olivenöl, Oliven, Brot, Zitronen und ein Glas Ouzo

Die griechische Küche ist einfach im besten Sinn: wenige, gute Zutaten, viel Olivenöl, frisches Gemüse, Kräuter vom Hang und Zitrone. Was auf den Tisch kommt, hängt von der Jahreszeit und der Region ab, und gegessen wird am liebsten gemeinsam.

Die Grundpfeiler

Olivenöl

Das Herz der Küche. Es wird nicht sparsam getropft, sondern großzügig gegossen, über Salat, Gemüse, Bohnen und Fisch.

Gemüse und Hülsenfrüchte

Tomaten, Auberginen, Zucchini, wilde Kräuter (Horta), Kichererbsen, Bohnen und Linsen. Viele Gerichte kommen ganz ohne Fleisch aus.

Kräuter und Zitrone

Oregano, Thymian, Dill, Minze und Bergtee wachsen wild. Zitrone gehört an fast alles, von der Suppe bis zum Grillfleisch.

Fisch und Meeresfrüchte

Auf den Inseln frisch aus dem Meer: gegrillte Sardinen, Oktopus, Calamari und Fisch, der in der Taverne nach Gewicht berechnet wird.

Typische Gerichte

MoussakaAuflauf aus Auberginen, Hackfleisch und Béchamel, im Ofen goldbraun gebacken
Souvlaki und GyrosFleischspieße oder vom Drehspieß, im Pita mit Tomate, Zwiebel und Tzatziki
GemistaTomaten und Paprika, gefüllt mit Reis und Kräutern, mit Kartoffeln im Ofen geschmort
SpanakopitaBlätterteigpastete mit Spinat und Feta
PastitsioMakkaroni-Auflauf mit Hackfleisch und Béchamel
StifadoRindfleisch oder Kaninchen, langsam geschmort mit vielen kleinen Zwiebeln und Zimt
FasoladaWeiße Bohnensuppe mit Tomate und Olivenöl, oft als Nationalgericht bezeichnet
DolmadakiaWeinblätter, gefüllt mit Reis, Kräutern und Zitrone

Mezedes: viele kleine Teller

In der Taverne bestellt man selten ein Gericht pro Person. Stattdessen kommen viele kleine Teller in die Mitte, und jeder nimmt sich: Tzatziki, Taramosalata aus Fischrogen, Melitzanosalata aus gegrillten Auberginen, frittierte Zucchini oder Saganaki, gebratener Käse. Dazu gibt es Brot, Oliven und meistens ein Glas Ouzo oder Wein.

Drei einfache Rezepte

TzatzikiJoghurt-Gurken-Dip, für 4 Personen

Zutaten

  • 500 g griechischer Joghurt (10 % Fett)
  • 1 Salatgurke
  • 2–3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Weißweinessig oder Zitronensaft
  • 1 EL frischer Dill, gehackt
  • Salz

Zubereitung

  1. Die Gurke grob reiben, salzen und 10 Minuten ziehen lassen.
  2. Die Gurke in einem Tuch kräftig ausdrücken, damit das Tzatziki nicht wässrig wird.
  3. Knoblauch fein pressen und mit Joghurt, Olivenöl und Essig verrühren.
  4. Gurke und Dill unterheben, abschmecken und mindestens eine Stunde kalt stellen.
HoriatikiGriechischer Bauernsalat, für 4 Personen

Zutaten

  • 4 reife Tomaten
  • 1 Salatgurke
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 grüne Paprika
  • 1 Handvoll Kalamata-Oliven
  • 200 g Feta am Stück
  • getrockneter Oregano
  • Olivenöl, Salz

Zubereitung

  1. Tomaten in Spalten, Gurke in dicke Scheiben, Zwiebel und Paprika in Ringe schneiden.
  2. Alles mit den Oliven in eine Schüssel geben und leicht salzen.
  3. Den Feta als ganzes Stück obenauf legen, nicht zerbröseln.
  4. Mit Oregano bestreuen und großzügig Olivenöl darübergießen. Der Saft am Boden gehört zum Brot.
FavaGelbes Erbsenpüree wie auf Santorini, für 4 Personen

Zutaten

  • 250 g gelbe Schälerbsen
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • 6 EL Olivenöl
  • Saft einer halben Zitrone
  • Salz
  • zum Servieren: rote Zwiebel, Kapern, Olivenöl

Zubereitung

  1. Erbsen gründlich waschen und mit der gehackten Zwiebel, dem Lorbeerblatt und knapp einem Liter Wasser aufkochen.
  2. Etwa 45 Minuten leise köcheln lassen, bis die Erbsen ganz weich sind. Den Schaum zwischendurch abschöpfen.
  3. Lorbeer entfernen, Olivenöl und Zitronensaft zugeben und glatt pürieren. Mit Salz abschmecken.
  4. Lauwarm servieren, mit Zwiebelringen, Kapern und einem Schuss Olivenöl.

Käse aus Griechenland

Griechen essen pro Kopf mehr Käse als fast jedes andere Volk. Der bekannteste ist Feta, ein Salzlakenkäse aus Schafsmilch mit bis zu 30 Prozent Ziegenmilch. Seit 2002 darf nur Käse aus bestimmten Regionen Griechenlands so heißen. Daneben gibt es Graviera, einen nussigen Hartkäse, vor allem aus Kreta und Naxos, den würzigen Kefalotyri, der gern gebraten wird, und Mizithra, einen frischen Molkenkäse.

Getränke

Ouzo und Tsipouro

Ouzo schmeckt nach Anis und wird mit Wasser milchig-weiß. Tsipouro ist ein Tresterbrand, auf Kreta heißt er Tsikoudia oder Raki und wird oft zum Abschied spendiert.

Wein

Retsina ist mit Kiefernharz aromatisiert. Daneben gibt es hervorragende Weine aus alten Rebsorten wie Assyrtiko von Santorini oder Agiorgitiko aus Nemea.

Kaffee

Der griechische Kaffee wird im kleinen Kännchen aufgekocht und mit Satz serviert. Im Sommer trinkt man Frappé oder Freddo, eiskalt und aufgeschäumt.

Mastiha

Ein Likör aus dem Harz des Mastixbaums, der nur im Süden der Insel Chios sein begehrtes Harz liefert.

Süßes

Baklava aus Blätterteig, Nüssen und Sirup, Galaktoboureko mit Grießcreme, Loukoumades, kleine frittierte Teigbällchen mit Honig, und ganz schlicht griechischer Joghurt mit Thymianhonig und Walnüssen. In vielen Tavernen kommt zum Schluss ungefragt ein kleiner Nachtisch auf den Tisch, oft Obst oder ein Stück Kuchen, als Gruß des Hauses.

Regionale Spezialitäten

KretaDakos (Gerstenzwieback mit Tomate und Mizithra), Kalitsounia (Käsetaschen) und Schnecken, dazu Tsikoudia
KosKrasotiri, ein Käse, der in Rotwein gereift wird, und Pougia, kleine Käsetaschen
SantoriniFava, Tomatokeftedes (Tomatenbällchen) aus den kleinen, intensiven Inseltomaten und Weißwein aus Assyrtiko
KorfuPastitsada und Sofrito, Schmorgerichte mit venezianischen Wurzeln
ThessalonikiBougatsa, Blätterteig mit Grießcreme oder Käse, das klassische Frühstück
ChiosMastix als Gewürz in Süßem, Brot und Likör

Essen wie die Griechen

Zu Abend gegessen wird spät, vor 21 Uhr sind die Tavernen oft noch leer. Brot und Wasser kommen automatisch auf den Tisch. Man lässt sich Zeit, bestellt nach und nach und teilt alles. Und wer nach dem Essen nach der Rechnung fragt, muss oft lange warten, denn niemand möchte den Gast drängen.