Flora und Fauna

Griechenland ist eines der artenreichsten Länder Europas. Hohe Berge, tiefe Schluchten, Feuchtgebiete und tausende Inseln bieten Lebensraum für eine erstaunliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren, von denen viele nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.
Die Pflanzenwelt
Typisch für Griechenland ist die Phrygana, eine niedrige, duftende Strauchheide aus Thymian, Salbei, Ginster und Dornpolstern, die auf trockenen Hängen wächst. Wo es etwas feuchter ist, bildet sich die dichtere Macchie mit Mastix, Erdbeerbaum und Steineiche. In den Bergen wachsen Kiefern, Tannen und Buchen, an Bächen alte Platanen, unter denen in vielen Dörfern der Dorfplatz liegt.
Am schönsten ist die Pflanzenwelt im Frühling. Von März bis Mai blühen Anemonen, Mohn, Alpenveilchen und dutzende Orchideenarten. Im Sommer ist das Land dann ausgedörrt und braun, und nur Oleander blüht unbeirrt in den trockenen Bachbetten.
Olivenbaum
Das Wahrzeichen des Landes. Manche Bäume sind weit über tausend Jahre alt und tragen noch immer Früchte.
Zypresse
Schlank und dunkel steht sie an Kirchen, Klöstern und Friedhöfen und prägt viele Landschaften.
Kretischer Diptam
Ein filziges Heilkraut, das nur in den Felswänden Kretas wächst. Früher seilten sich Sammler dafür an Klippen ab.
Wilde Kräuter
Oregano, Thymian, Salbei und Bergtee wachsen überall wild. An warmen Tagen liegt ihr Duft in der Luft.
Die Tierwelt
Unechte Karettschildkröte
Die Meeresschildkröte legt ihre Eier an Sandstränden, etwa auf Zakynthos, Kreta und an der Westküste der Peloponnes. Viele Nistplätze sind im Sommer nachts gesperrt.
Mittelmeer-Mönchsrobbe
Eine der seltensten Robben der Welt. Ein großer Teil der verbliebenen Tiere lebt in griechischen Gewässern, etwa um die Nördlichen Sporaden.
Kri-Kri
Die kretische Wildziege mit ihren mächtigen, nach hinten geschwungenen Hörnern lebt in den Bergen und Schluchten Kretas.
Delfine
Große Tümmler und Gemeine Delfine begleiten mit etwas Glück die Fähren durch die Ägäis.
Braunbär und Wolf
In den Wäldern des Pindos-Gebirges und der Rhodopen im Norden leben noch Bären, Wölfe und Goldschakale.
Eleonorenfalke
Ein Großteil der Weltpopulation brütet auf griechischen Inseln. Er brütet erst im Spätsommer und jagt dann die Zugvögel, die übers Meer ziehen.
Vögel, Echsen und Insekten
Griechenland liegt auf einer der wichtigsten Zugrouten zwischen Europa und Afrika. Im Frühjahr und Herbst rasten Störche, Reiher und Greifvögel. An den Prespa-Seen im Norden lebt eine der größten Brutkolonien des Krauskopfpelikans, auf Kreta kreisen Gänsegeier über den Schluchten, und an Salzseen, etwa auf Kos, stehen im Winter Flamingos.
Im Sommer gehört das Zirpen der Zikaden zur Geräuschkulisse jeder Mittagspause. Geckos jagen nachts an Hauswänden nach Insekten, und auf den Felsen der Inseln sonnt sich der Hardun, eine große, stachelige Agame. Im „Tal der Schmetterlinge“ auf Rhodos sammeln sich im Sommer tausende Nachtfalter, die Russischen Bären.
Natur erleben
Rücksicht nehmen: Nistplätze von Schildkröten nachts nicht betreten und keine Sonnenschirme in markierte Nester stecken. Wildpflanzen und Orchideen nicht ausgraben, und im Sommer wegen der Waldbrandgefahr niemals offenes Feuer machen.